Bremsen - Infoseite von Georg Schmeißer

Infos rund um´s Rad.   Nehmen Sie sich die Zeit und klicken sich durch diese Infos. 

 

 

         

 

 

Funktionierende Bremsen sind lebenswichtig.
 

Fahrräder werden immer schneller - der Verkehr wird immer dichter. Gute Bremsen sind wichtig - die korrekte Einstellung auch. Ein zu tiefer Bremsklotz kann unter die Felge rutschen, zu hoch eingestellt den Reifen durchscheuen. Lose Speichen bei einer Scheibenbremse führen zu Problemen beim Bremsen.

 Ich liefere deshalb Fahrräder grundsätzlich mit eingestellten Bremsen und Schaltung, sowie korrekt  gespannten Speichen aus - siehe auch 

 

 

Fahrräder sollten nicht mit einem Wasserstrahl gereinigt werden.
Schäden durch Wassereintritt an Federgabeln, Dämpfer und hydraulischen Bremsen sind sonst vorprogrammiert. 

 

 

Die gebräuchlichsten Bremssysteme
 

Es werden heute verschiedene Bremssysteme in Fahrrädern verbaut.

  • Felgenbremsen  - die Bremsbeläge wirken auf die Felgen, z. B. bei V-Brakes, Magura HS 11 und 33 Hydraulikbremsen, U-Brakes
  • Scheibenbremsen - die Bremsbeläge wirken auf eine Bremsscheibe
  • Rollenbremsen  und Trommelbremsen werden nur vereinzelt verbaut.

Hier finden Sie einige technische  Infos. 

 

 

Felgenbremsen:
 

Mechanische Felgenbremsen: Die Bremskraft wird über Bowdenzüge auf die Bremse übertragen. Es gibt verschiedene Qualitätsstufen von wenigen Euros bis hin zu Preisen, die über denen mancher hydraulischer Scheibenbremsen liegen.

Hochwertige Bremsen haben Edelstahlbremszüge und teflonbeschichtete Außenhüllen für geringen Reibungswiderstand (bei meinen Markenrädern Standard)

 

 

V-Brakes bieten ein sehr hohes Maß an Sicherheit und haben auch bei nasser Witterung guten Grip -  für Normalfahrer völlig ausreichend. Die Bremse wird über einen Bremszug auf die langen Bremshebel übertragen. Diese Bremsen sind eine Weiterentwicklung der Canteliver-Bremse, die heute nur noch in billigen Rädern zum Einsatz kommt.

 

 

U-Brakes kommen oft bei BMX-Rädern zum Einsatz. Es ist eine Weiterentwicklung der früher gängigen Synchron-Felgenbremse. Ausreichende Bremswirkung. 

 

Hydraulische Felgenbremsen - (Magura HS 11 oder HS 33)
 

 

Hydraulische Felgenbremsen

(Magura HS 11 oder HS 33) 

  • sehr gute Verzögerung
  • beste Dosierbarkeit. In Test sind diese Bremsen stets hochgelobt
  • wartungsfrei über viele Jahre
  • schneller Belagwechsel 

Der Bremsdruck wird am Bremshebel mit einem Zylinder erzeugt und über Druckleitungen auf die Radbremszylinder übertragen. Es entstehen fast keine Reibungsverluste wie bei mechanischen Bremszügen.  Die Bremsgummis sind sehr einfach zu wechseln - sie sind nur eingeclipst. Eine der beiden Radbremszylinder lässt sich für einen leichten Radwechsel mit einem Schnellspannhebel entfernen. Die Bremsen sind mit Öl gefüllt.  

   absolute Problemlosbremsen

    siehe auch   www.rad-lager.de/einstellungen.htm

Falls die Bremsen quitschen:

 

Siehe www.rad-lager.de/brakebooster.htm

 

Scheibenbremsen

Wichtig: Im Bremsgriff befindet sich der Flüssigkeitsvorrat - beim Betätigen der Bremse wird Flüssigkeit nachgesaugt.

Räder mit Hydraulikbremsen  möglichst nicht  überkopf hinstellen - (z. B. beim Ausbau des Laufrades) - der Bremsgriff könnte sonst Luft ansaugen.

Wenn ein Rad am Vorderrad aufgehängt ist, darf die Bremse nicht betätigt werden.

   !! Neue Scheibenbremsen MÜSSEN richtig eingebremst werden !! 

Grundsätziches:

Bei Rädern mit Scheibenbremsen sind neben Erfahrung ein Speichen-Tensiometer (ca. 290 Euro) und ein Bremssitzfräser  (280 Euro) nötig.

Falsche Speichenspannung und unsauber eingestellte Bremssättel führen zu Problemen.  Die wenigsten  Fahrradläden haben diese Spezialwerkzeuge.

Bei meinen "fahrfertigen" Rädern sind die Bremsen bereits eingestellt

           Infos zum Justieren von Scheibenbremsen

 

 

Wirkungsweise von Scheibenbremsen
 
  • Über den Druck von Öl/Bremsflüssigkeit oder Bowdenzug werden die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe gedrückt.
  • Die Bremsscheibe sitzt an den Naben der Laufräder.
  • Bei Scheibenbremsen wird die Bremskraft wird über die Speichen übertragen!!!
  • Die Bremsbeläge haben nur ca. 1/2 mm Abstand zu den Bremsscheiben.

deshalb besonders wichtig:

  • hochwertige Speichen und Felgen  
  • richtige Speichenspannung  - sonst sind Probleme vorprogrammiert. 
  • Die Bremszange muss parallel zur Bremsscheibe stehen - oft muss der Bremssitz nachgefräst werden - sonst verwindet sich die Bremsscheibe beim Bremsen.
  • Die Bremsscheibe selbst muss bei einem Neurad auf Seitenschlag kontrolliert und evtl. ausgerichtet werden - die Schrauben müssen kontrolliert werden (idealerweise mit Drehmomentschlüssel)

Bei meinen "fahrfertigen"  Rädern ist das alles erledigt. .

 

 

Vorteile von Scheibenbremsen  Nachteile von Scheibenbremsen 
 
  • hohe Bremskraft bei den meisten hydraulischen Scheibenbremsen
  • auch bei Nässe sehr gute Bremswirkung
  • sehr gut dosierbar
  • die Felgen werden geschont - bei Viel- und Extremfahrern (MTB) und bei teueren Felgen  ein Vorteil 
  • Die Bremse ist weit weg von Dreck, Nässe und Schnee
  • geringe Fadingneigung (Bremskraftverlust bei Erhitzung) - auf langen Gefällestrecken. 

 

 
  • In der Regel höherer Preis
  • Bei Scheibenbremsen sind sehr gute Felgen und Speichen nötig (bei Markenrädern kein Problem)
  • Scheibenbremsen erfordern vom Fahrer mehr Sorgfalt, man sollte die Bremse nicht betätigen, wenn das Rad nicht steht - bei manchen  Fahrradständern muss man etwas aufpassen.

Scheibenbremsen machen bei Mountainbikes und evtl. Crossrädern Sinn.

Bei einem Trekkingrad sind Scheibenbremsen eher eine technische Spielerei. 

 

 

 

 

Scheibenbremssysteme 

 

Mechanische Scheibenbremsen werden fast nur in Rädern minderer Qualität eingebaut (Blenderteile ?) und sind meist billiger als hochwertige V-Brakes. Es gibt nur einige brauchbare Scheibenbremsen.

In hochwertigen Rädern werden Sie keine mechanischen Scheibenbremsen finden

Bei billigen, mechanischen Scheibenbremsen wird nur ein Bremsbelag über einen Excenter oder eine Nocke einseitig auf die Bremsscheibe gedrückt. Die Scheibe wird dabei gegen den 2. Bremsbelag gedrückt, also seitlich verbogen. Durch die mechanische Reibung geht viel Bremskraft verloren = ungenügende Bremskraft. Nach einiger Zeit klemmt die Mechanik sehr oft, was dazu führt, dass sich die Bremse nicht mehr selbständig löst. 

 

Deshalb: Lieber ein Rad mit  V-Brakes kaufen, als mit billigen, mechanischen Scheibenbremsen. 
 

Achtung: Falsche "Bremsflüssigkeit" führt zum Ausfall der Bremse !!! Nie  Öl in eine Bremse für DOT Bremsflüssigkeit füllen oder umgekehrt !!!

 

Hydraulische Scheibenbremsen:  Es gibt viele Hersteller von hydraulischen Scheibenbremsen in unterschiedlicher Qualität und unterschiedlichem Preis (siehe weiter unten).

Der Bremsdruck wird - wie bei Kraftfahrzeugen - mit einem Bremszylinder erzeugt und über eine Flüssigkeit  (Öl/DOT) - auf die Bremszangen übertragen. Es gibt fast keinen Reibungsverlust durch diese Übertragung. 

Bei den meisten großen Herstellern haben die Bremszange für jeden Bremsbelag einen oder mehrere eigene Kolben, das bedeutet, die Bremsbeläge werden von beiden Seiten gegen die Bremsscheibe gedrückt. Bei einseitigem Bremskolben würde die Bremsscheibe gegen einen festen Bremsbelag gedrückt = seitliches Verbiegen der Bremsscheibe.

Scheibenbremsen werden bei längerem Bremsen sehr heiß. Im Gegensatz zu Felgenbremsen werden keine Gummibeläge verwendet, sondern hitzebeständige Bremsbeläge wie bei Kraftfahrzeugen. 

 

Befestigung der Bremsscheibe am Laufrad

         

 

 

 

 

Hersteller von Scheibenbremsen

Magura Scheibenbremsen sind mit Öl gefüllt - dieses braucht nicht gewechselt zu werden.

 
  • Magura Julie (bis 2010): Die  wohl bekannteste und meistverkauften Scheibenbremsen am Markt. Ca. 200 Euro/Paar
  • Magura Louise (bis 2010): Sehr gute Bremse - Hochdrucksystem mit Hochdruckbremsleitungen - ca. 350 Euro/Paar
  • Magura Marta (bis 2010): Sehr gute Superleicht-Bremse - eine der leichtesten Bremsen auf dem Markt, ca. 500 Euro/Paar
  • Magura Gustav M (bis 2010): Downhill-Bremse mit 4 Bremskolben/Bremszylinder. ca. 600 Euro/Paar. 
  • ab 2011: Magura MT 2 (Einstiegsmodell) , 4, 6, 8.

 

 

Shimano Scheibenbremsen sind mit Öl gefüllt - dieses braucht nicht gewechselt zu werden = nahezu wartungsfreie Bremsen.
 

Shimano hat hydraulische und mechanische Scheibenbremsen.

Die hydraulischen Bremsen sind gut bis sehr gut.

Die Bremsen sind den Gruppen zugeordnet  (Deore bis XTR).

Alle Bremsen arbeiten mit Hochdruck.

Bemerkenswert ist das Shimano Bremsscheibensystem Centerlock für leichten und schnellen Scheibenwechsel. 

Centerlock Bremsscheiben sind in sich stabil und müssen äußerst selten nachgerichtet werden.

 

 

Avid: Einer der größten Bremsenhersteller (gehört neben Rock-Shox  zum SRAM-Konzern) . Befüllt mit DOT Bremsflüssigkeit.  Besonders die Avid Elixir Bremsen sind in Tests stets hochgelobt.

Avid Scheibenbremsen haben eine sehr gute Bremswirkung und eine sehr exakt definierten Druckpunkt - was allerdings auch einige Nachteile hat

  •  Die Bremskolben haben wenig Rückzug = geringer Abstand zur Bremsscheibe.
  • der exakte Druckpunkt wird durch ein spezielles Entlüftunsverfahren erreicht - der Wechsel der Bremsflüssigkeit ist dafür recht aufwändig.

Das Einstellen von Avid Scheibenbremsen ist leider nicht so einfach, wie es in den Foren beschrieben wird. In den Foren geben oft selbsternannte Fachmänner  das weiter, was sie irgendwo gelesen haben und verbreiten diese Irrtümer weiter.

Hayes baut sowohl mechanische, als auch hydraulische Scheibenbremsen. Die hydraulischen Bremsen sind gut bis sehr gut.  Befüllt mit  DOT Bremsflüssigkeit.
 

Formula, Bassano, ectr. In Deutschland wenig im Einsatz - teilweise gute bis sehr gute Bremsen.  

 

 

 

                       

 

 

Infoseite von Georg Schmeißer - Fahrräder - Stelzenbach 4, 91625 Schnelldorf-Haundorf   -  Tel. 07950 - 520  

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