Gabeln und Dämpfer  - Infoseite

Infoseite Gabeln/Dämpfer.   Nehmen Sie sich die Zeit und klicken sich durch diese Infos. 

 

 

          

 

 

Federgabeln - kurze Erklärung. (Luftfederung, hydraulische Dämpfung))

 

Eine Federgabel hat in der Regel zwei Rohre.

  • linke Seite : hier befindet sich das Federelement  (Luft, Stahlfeder, Elastomere)
  • rechte Seite: Dämpfung (hydraulisch =Öl  oder mechanisch=Bremsbuchse)  und Lockout  (hydraulich oder mechanisch)

weitere Erklärungen folgen.

 

Federung an Fahrrädern  - nötig?

 

Muss eine Federgabel sein? 

In Foren liest man oft, dass eine Federgabel nicht nötig ist. Man liest aber auch oft, dass man keine Schaltung braucht (Singlespeed). Manche Fahrer brauchen auch keine Bremse  (Fixie)

 Lassen Sie sich nichts einreden - eine Federgabel bringt sehr viel..

  • Autos und Motorräder haben IMMER eine Federung, obwohl sie fast ausschließlich auf Asphalt fahren.

  • Kunden, die ein Rad mit Starrgabel und Federgabel im direkten Vergleich fahren, wählen zu fast 100 % die Federgabel.  

  • Dickere Reifen können eine Federgabel nicht ersetzen und machen ein Rad schwerfällig (siehe nachfolgende Info).  

  • Eine Federgabel kann man starr stellen - aber eine Starrgabel wird nie federn.

 

Außer dem etwas höheren Gewicht sehe ich keine Nachteile bei Federgabeln. (zudem sind "meine" Räder mit Federgabel leichter als die meisten ungefederten Räder)

  • Federgabeln dämpfen Stöße von Unebenheiten und bringen höheren Fahrkomfort .

  • Eine Federgabel schont Arme und Handgelenke und (woran oft nicht gedacht wird) auch die Wirbelsäule - wenn man z. B. einen Randstein hinauf fährt, wird das Fahrrad auch in der Mitte hochgehoben - eine Federgabel dämpft diesen Stoß.

Eine Starrgabel macht dann Sinn, wenn man

  • ein Rad als "Schlechtwetter-Trainigsrad" anstelle eines Rennrades nutzt

  • überwiegend auf befestigten Straßen fährt

  • ein paar Zehntel Sekunden Zeitgewinn wichtiger ist als Komfort.

Für ein Alltagsrad würde ich eine Federgabel auf jeden Fall empfehlen.

 

 

 Federgabel oder dicke Bereifung ... (bei Trekkingrädern)
 

einige Reifenhersteller favorisieren voluminöse Reifen anstatt Federgabeln bei Trekkingrädern. 

Dicke Reifen bringen Vorteile....

  • bei Fahrt über grobe Steine und Kanten - aber nur bei niedrigem Luftdruck

  • auf weichem Untergrund  (mehr Auflagefläche)

... Vorteile also, die vor Allem bei Mountainbikes greifen

 

 

 

Hier die oft zitierten Vorteile von dicken Reifen

Gegenargumente

Dicke Reifen machen eine Federgabel überflüssig? 

 

Ein dickerer Reifen kann mit niedrigerem Luftdruck gefahren werden - nur dann federt er besser - schluckt aber auch Kraft. 

Eine Federgabel hat min. 50 mm Federweg - der dickere Reifen federt sich um etwa 10 mm ein. 

Ein dicker Reifen kann eine Federgabel nicht ersetzen.

 

Gewichtsersparniss

Eine Starrgabel wiegt zwischen 750 und 1200 Gramm, eine leichte Federgabel ca. 1900 Gramm - eine Luftfedergabel nur ca. 1700 Gramm.

Gewichtsersparnis bei einer Gabel: ca. 1000 bis  1300 Gramm.

Aber: dickere Reifen wiegen wesentlich mehr, z. B. der Big Apple wiegt 940 Gramm/Stück.  Der Marathon Racer 450 Gramm. 

Unter Umständen wiegt Starrgabel + dicke Bereifung sogar mehr.

Sportlicheres, schnelleres Fahrradd

 

Grundsätzlich ist es  zwar richtig, dass man durch Gewichtsersparnis mit einer Starrgabel schneller ist, bzw. sein kann - dann aber mit den passenden Reifen. 

Schwere Reifen machen ein Rad träge, denn die Reifen müssen jedes mal beschleunigt werden.

Wenn man dazu noch mit niedrigem Luftdruck fährt, wird ein Rad noch träger.

 

 

 

 

 

Fahrräder sollten nie mit einem Wasserstrahl gereinigt werden.

Schäden durch Wassereintritt an Federgabeln, Dämpfer und hydraulischen Bremsen sind sonst vorprogrammiert.

 

 

 

 

 

Einsatzzweck von Federgabeln

 

Für Trekkingräder und Crossräder, die fast nur auf Asphalt und gut ausgebauten Feldwegen gefahren werden, reicht eine einfache Federgabel mit wenig Federweg (45 bis 63 mm) aus. Eine Einstellmöglichkeit sollte vorhanden sein. 

Für Crossräder und Mountainbikes, die auch auf schlecht ausgebauten Wegen und teilweise im Gelände gefahren werden, kann man eine Lockoutgabel mit hydraulischer Dämpfung in Betracht ziehen. (Federweg 63 - 75 mm)

Für Mountainbikes, die in schweren Gelände gefahren werden, braucht die Gabel mehr Federweg (min 80 mm). Je nach Fahrstil reicht für einen Hobbyfahrer eine einfache Gabel mit Einstellmöglichkeit aus - für anspruchsvollere Fahrer ist die Auswahl an Gabeln und Techniken fast unüberschaubar. 

 

Es werden heute die verschiedensten Federgabeln in Fahrrädern verbaut. 

Die Preisunterschiede sind so gravierend, dass ein Laie kaum einen Überblick hat. Bei 28" Cross- und Trekkingrädern bekommt man Marken-Federgabeln ab ca. 70 Euro bis zu ca. 300 Euro. 

Bei Mountainbike-Gabeln sind die Unterschiede noch viel größer. Von 70 bis über 1000 Euro für Spitzengabeln sind möglich. Es gibt natürlich auch Billigstgabeln für unter 20 Euro - aber die haben in einem Rad nichts verloren. 

Hier finden Sie einige technische  Infos. 

 

 

 

Federgabeln - Eigenschaften/Qualitätsstufen

 

 

So eine Billigstgabel hat in einem Fahrrad nichts zu suchen - aber wenn das ganze Rad nur 200 Euro kostet, kann keine brauchbare Gabel montiert sein. 

Die Standrohrführung besteht aus offenen Plastiklagern. Die Gabel war durch einen kleinen Unfall total verbogen und ließen sich sogar mit der Hand biegen. 

Eine Markengabel lässt sich selbst mit langen Hebeln und roher Gewalt nicht verbiegen (ich habe es schon erfolglos probiert)

Ein Blick unter die Manschette: Wenn sie so etwas sehen, sollten Sie das komplette Rad dem Schrotthändler übergeben.

 

 

 

 

 

 

Nicht einstellbare Federgabel kommen meist in günstigeren Rädern zum Einsatz. 

 

 

 

 

 

Einstellbare Federgabeln haben eine Einstellmöglichkeit für die Härte. Bei manchen Gabeln ist beidseitig eine Möglichkeit, bei anderen nur auf einer Seite. Es kommen Stahlfedern oder Elastomere zum Einsatz. Auch Kombinationen mit hydraulischer Dämpfung und Zugstufeneinstellung ist möglich.

Bei Luftfedergabeln wird verdichtete Luft als Federmedium verwendet. Die Härte wird mittels Luftdruck eingestellt.

Mountainbike-Gabeln.  Mountainbikes brauchen mehr Federweg (min. 80 mm), um Stöße im Gelände besser abzufangen.

Je nach Einsatzzweck und Fahrweise reicht das Angebot von einfachen Federgabeln bis zu Hightech-Geräten mit Zugstufeneinstellung, automatischen Lockout bis zu "Anti-Wipp-Ventilen".

 

 

 

 

 

Neben Federgabeln mit Stahlfedern oder Elastomeren (Kunststofffedern) gibt es auch Luftfedergabeln, bei denen verdichtete Luft als Federmedium dient. 

 

Federgabeln mit Lockout Federgabeln mit Lockout  können blockiert werden - das Einfedern und damit Wippen wird dadurch unterbunden.

 

 

Man unterscheidet

  • mechanisches Lockout (bei günstigeren  Gabeln) - die Gabel wird durch eine mechanische Sperre blockiert. Das geht im komplett ausgefederten Zustand (während der Fahrt schwierig - man muss dann den Lenker hochziehen und gleichzeitig das Lockout betätigen) Man kann die Gabel auch nur komplett blockieren.

  • und hydraulisches Lockout = besser. Lockout kann in jeder Stellung blockiert werden. Hydraulische Lockoutgabeln sind auch  hydraulisch gedämpft = besseres Ansprechverhalten

Abbildung zeigt eine Gabel mit hydraulischem Lockout.

 

Ist Lockout mit Fernbedienung (Remote-Lockout) besser?

 

ganz klar nein - nur anders. Beide Systeme haben Vorteile. Selbst die besten Gabeln am Markt haben nicht unbedingt Lockout mit Fernbedienung.

 

Vorteile/Nachteile  von Remote Lockout

  • Vorteil: einfach und schnell vom Lenker aus zu sperren.

  • Nachteil: man kann nur ganz oder gar nicht sperren, Zwischenschritte sind nicht möglich

 

Vorteile/Nachteile  von Lockout an der Gabelkrone

  • Vorteil: man kann auch teilweise sperren. So kann man das Wippen unterdrücken, ohne auf die Federung zu verzichten. Durch teilweises Sperren kann man die Gabel so einstellen, dass man nicht ständig aus- oder einschalten muss.

  • Nachteil: Man muss zur Gabelkrone greifen.

 

 

 

Führenden Gabel-Hersteller sind

 

Einstellungen von Gabel - Dämpfer - kurze Einführung, bitte lesen Sie die Bedieungsanleitung. Falls Sie Fragen haben, helfe ich Ihnen gerne weiter.

 

hochwertige Gabeln können individuell auf das Fahrergewicht und die Nutzung eingestellt werden. Nachfolgend eine kurze Anleitung.

Härte (Vorspannung, Luftdruck..)

 

Je nach Nutzung sollten die Federelemente weicher oder härter eingestellt werden  (Geländefahrt = weicher, Asphalt = härter).  Einen festen Wert gibt es nicht.

Bei Gabeln mit Stahlfedern oder Elastomeren kann man die Härte durch Drehen am Vorspannknopf erhöhen.

Bei Luftgabeln (Dämpfern):  Durch höheren Druck wird die Gabel (der Dämpfer) härter. Als Richtwert (Voreinstellung)  sind 6-8 bar eine gute Ausgangsbasis für die Einstellung.

Härte wie folgt einstellen:

  • Der Negativfederweg - auch SAG oder Nachgiebigkeit - ist das Maß, den die Gabel einfedert, wenn der Fahrer normal auf dem Rad sitzt. 

  • Man setzt sich auf Rad und misst, wie weit die Gabel, bzw. der Dämpfer einfedert. Nachmessen kann entweder eine 2. Person, oder man spannt  einen Kabelbinder um das Standrohr - manchmal ist dort bereits ein Gummiring übergezogen. Daran kann man messen, wie weit die Gabel eingefedert hat.

  • Der SAG sollte zwischen 10% (Straßenfahrt) und 25% (schweres Gelände) vom Gesamtfederweg betragen - bei einer 100-mm-Gabel also 10-25 mm.

  • Das sind Richtwerte, das eigene Empfinden ist ausschlaggebend. Wenn die Gabel bei starken Stößen durchschlägt, muss man den Luftdruck erhöhen, bzw. die Feder stärker vorspannen.

Das gleiche gilt sinngemäß für Gabeln/Dämpfer mit Stahlfedern - hier wird die Vorspannung der Federn oder Elastomere verändert. 

 

Zugstufeneinstellung

Einstellung der Zugstufeneinstellung (Rebound) = Ausfedergeschwindigkeit. (falls vorhanden) -  fast ausschließlich bei Mountainbike-Gabeln  zu finden.

Das Ausfedern muss gedrosselt werden, sonst würde die Gabel ruckartig ausfedern und die Handgelenke belasten. Durch die Drosselung wird die Gabel "beruhigt". Wenn die Drosselung einstellbar ist, spricht man von Zugstufeneinstellung (Rebound).

Einstellung der Zugstufe:  

  • Gabel durch Druck auf den Lenker stark einfedern lassen

  • Lenker ganz schnell loslassen, sodass die Gabel ungehindert ausfedern kann.

  • Die Zugstufeneinstellung soweit öffnen, dass sich das Laufrad beim Ausfedern nicht vom Boden abhebt.

Gilt sinngemäß auch für Dämpfer.

 

 

Nachfolgend eine Beispiele für die verschiedenen Einstellmöglichkeiten bei Gabeln und Dämpfer - genaue Infos finden Sie in den Bedienungsanleitungen.  Gerne können Sie auch bei mir nachfragen.

 

 

 

 

 

 

Starrgabeln bei älteren Rädern, aber auch bei Gewichtsfetischisten beliebt.

 

Carbon-Starrgabeln:  Im Rennradbereich nicht mehr wegzudenken - mittlerweile kommt die Hightechfaser auch in Mountainbikes, Trekking- und Crossrädern zum Einsatz. Hochfeste Carbonfasern geben der Gabel die nötige Steifigkeit bei geringem Gewicht. Carbongabeln dämpfen sehr gut, das heiß, Schwingungen und Vibrationen werden nicht so stark übertragen wie bei Metallgabeln.

 

 

Cromo Starrgabel für 28" Trekking- oder Crossbikes

 

 

Superleicht Alu-Starrgabel. Diese Gabel ist teurer als viele Federgabeln.

 

 

Lenkung - Vorbauten

 

Gabeln sind drehbar im Steuerrohr des Rahmens gelagert.  Die Lagerung ist das Steuerkopflager oder der Steuersatz.

Der Lenker wird  mittels eines Vorbaues/Lenkervorbaues mit dem Gabelschaft verbunden.

Es gibt starre und verstellbare Vorbauten.

Ahead-Vorbauten  sind stabiler und federn beim Ziehen am Lenker weit weniger als gesteckte Vorbauten. Der Gabelschaft ist nicht durch ein Gewinde geschwächt. Bei hochwertigen Mountainbikes, Crossräder, Rennrädern ) werden deshalb nur noch Ahead-Vorbauten eingesetzt.  Mittels Distanzringen  (Spacer) wir die Höhe des Vorbaues und Lenker voreingestellt.  Durch verstellbare Vorbauten oder Vorbauten mit unterschiedlichen Winkel und Höhe kann man die Lenkerhöhe eingestellen. 

Gesteckte Vorbauten (Abb. Links). Der Vorbau wird in den Gabelschaft gesteckt und mit einem Keil verspannt. Der Gabelschaft hat oben ein Gewinde - dieses Gewinde schwächt den Gabelschaft.  Die Einstellschraube ist oberhalb des Steuerrohres zu sehen - was optisch nicht so gut aussieht. Manchmal ist diese Schraube deshalb mit einer Abdeckungkappe versehen. Diese Technik wird meist  an Rädern für weniger sportliche Fahrweise eingesetzt, da der Lenker stärker nachgibt.  Gesteckte Vorbauten haben einen großen Einstellbereich für die Lenkerhöhe, da man diesen mehr oder weniger weit in den Gabelschaft stecken kann.

 

 

                         ==>   verschiedene Lenkerformen <== 

 

 

 

 

                       

 

Infos rund um´s Rad.   Nehmen Sie sich die Zeit und klicken sich durch diese Infos. 

 

 

Infoseite von Georg Schmeißer - Fahrräder - Stelzenbach 4, 91625 Schnelldorf-Haundorf   -  Tel. 07950 - 520